Leider kam es in den letzten Wochen zu Einschränkungen im Gastflugbetrieb für die Fluggelände Mittag bei Immenstadt und Salmaser Höh (Ausbildungsgelände der Westallgäuer Flugschule – Flug nur nach Absprache mit dem Geländehalter möglich). Der Landeplatz Grundstücksbesitzer/Pächter des Mittag Fluggebietes hatte den Pachtvertrag für Gleitschirmflieger überraschend gekündigt. Eine sinnvolle Landwirtschaft sei im Moment für ihn so nicht möglich. Falsch geparkte Autos, Camping im Feld/Wiese, chaotisches Landeverhalten der Piloten im ganzen Feld verstreut, all das hat wohl zusätzlich zu Corona, das Faß zum Überlaufen gebracht. Der Immenstädter Gleitschirmverein konnte nun den Pächter sehr wahrscheinlich nochmals überzeugen den Pachtvertrag zu verlängern und versucht nun durch gezielte Maßnahmen und Info Tafeln Gastfliegern und auch einheimischen Piloten auch weiterhin das Fliegen am Mittag zu ermöglichen. Im Moment gilt das Gastflugverbot noch aktiv. Aktuelle Infos auch auf der DHV Website

Als Geländehalter am Hündle bei Oberstaufen hatten auch wir letztes Jahr massive Probleme mit Einheimischen und Gastfliegern die zum Teil mit dem PKW zum Startplatz gefahren sind, überall gestartet sind und ihre Notdurft im Feld verrichtet haben. Unseren Blogeintrag hier zum Nachlesen

Achtung: Jetzt und über Pfingsten ist wieder die heiße Zeit für die Landwirte und Gleitschirmflieger. Die Wiesen befinden sich im Aufwuchs vor dem sog. ersten Schnitt. Ab 21.04.2021 (Georgi) wieder das offizielle Betretungsverbot für landwirtschaftliche Nutzflächen (auch Wiesen im Allgäu). Landet nur auf den offiziellen Landeplätzen, verlasst das Landefeld umgehend und legt Euren Schirm am Wegesrand zusammen und nehmt Rücksicht – Danke.

 

Gleitschirmfliegen boomt mehr den je. Dank Corona konzentriert sich zudem der Ansturm im Moment v.a. auf die deutschen bzw. nah gelegenen Fluggelände im Inland und das führt zwangsläufig zu Konflikten – Das wird mit Grenzöffnung auch wieder besser. Ich bin für Aufklärung der Piloten anstatt Schließung der Gelände – Protektionismus ist der falsche Weg – keiner von uns hat ein Anrecht auf die Berge und niemand hat sie mit bloßen Händen aufgeschüttet. Sie gehören allen! Ich höre ganz oft: “Die Flugschulen sollen weniger Piloten ausbilden” oder “Wir brauchen hier keine Gastflieger”. Lustigerweise sind das oft Piloten die auch erst seit ein paar Jahren fliegen und die damals sicher froh waren das das keiner zu ihnen gesagt hat. Leider führt im Moment das Fehlverhalten von Einzelnen schnell zur Gefährdung des ganzen Fluggeländes. Das darf nicht sein! Die wenigsten Piloten (und das sind auch nicht immer nur Gastflieger) wissen wie sensibel Fluggelände sind und wieviel Arbeit dahinter steckt. Naturschutz, Jagdgenossenschaft, Landwirte – alle schauen auf uns und wir sind leider gut zu sehen am Himmel ;-) Ich habe in meiner Freizeit mit geholfen Projekte wie die Burnair Map zu unterstützen damit möglichst viele Informationen zu dem jeweiligen Fluggelände bekannt werden, den die Fluggebiete selber sind schon bekannt und die Piloten kommen so oder so da hin zum Fliegen. Es ist wichtig das sie wissen wie sie sich dort verhalten müssen damit es keinen Ärger gibt. Hier liegt es auch an der Verantwortung der Locals – Klärt die neuen Piloten auf und weißt sie auf die Regeln im Fluggelände hin damit wir alle friedlich Miteinander Gleitschirmfliegen dürfen. Wer schlau ist schaut jetzt nach neuen Fluggebieten, den wir brauchen dringend neue Gelände. Das ist in der heutigen Zeit nicht ganz einfach aber auch nicht unmöglich. Ich habe in den letzten Jahren mehrere Fluggelände und Übungshänge neu erschlossen. Das war viel Arbeit aber es ist machbar. Nicht nur Flugschulen können neue Gelände zulassen, auch Vereine und Privatpersonen und wenn ihr es geschafft habt und es irgendwie möglich ist: LASST SIE FÜR ALLE OFFEN WENNS GEHT!

Chris Geist, CEO Paragliding Academy