DAS ALLROUND GURTZEUG MIT SCHAUMSTOFF PROTEKTOR

Gleitschirm Gurtzeuge müssen in Deutschland, genauso wie Gleitschirme, geprüft und getestet werden. Dabei werden alle wichtigen Aufhängepunkte des Gurtzeuges auf Festigkeit geprüft. Das maximale Einhängegewicht liegt bei fast allen Gurtzeugen bei 120kg. Der Protektor wird sowohl mit eingebautem Rettungsgerät, als auch ohne Retter getestet. Dabei darf der Grenzwert von 50g Verzögerung nicht überschritten werden. Gurtzeuge ohne Protektor dürfen in Deutschland offiziell gar nicht geflogen werden. Viele Gurtzeuge bieten zwar im Gesäßbereich einen ausreichend guten Schutz, aber im Rückenbereich ist gar keine Schutzwirkung vorhanden. Dies wird leider bei den derzeitigen Testverfahren noch nicht ausreichend berücksichtigt. Wir empfehlen allen A-Schein Anfängern die nicht ausschließlich Hike&Fly machen, zumindest im ersten Jahr nach der A-Schein Ausbildung ein solides, nicht zu sensibles Gurtzeug (Aufhängehöhe ca. 46cm) mit Schaumstoffprotektor oder sehr solidem Luftairbag (z.B. Wani3 mit Stahlfeder oder Progress3 mit Kombination Schaum und Luft) zu fliegen, der auch in den Rückenbereich hinauf reicht.

 

DAS WENDEGURTZEUG/ GURTZEUG MIT LUFTAIRBAG

Die neuen Wendegurtzeuge (z.B. Woody Valley Wani Light2, Crest oder Advance Easiness3) können unserer Meinung nach auch für Einsteiger in den Gleitschirmsport empfohlen werden, die eine leichte und kompakte Hike&Fly Ausrüstung suchen. Diese Gurte besitzen bereits eine gute Schutzwirkung beim Start, z.B. durch ausgeklügelte Federsysteme oder Kombinationen aus Luft- und Schaumstoffprotektoren. So ist bei diesen sog. Wendegurtzeugen (Rucksack integriert) die Schutzwirkung relativ gut und der Pilot hat eine kompakte Ausrüstung mit tollem Tragekomfort. Bei Piloten wo maximale passive Schutzwirkung im Vordergrund steht und die nur selten zu Fuß unterwegs sind, raten wir von Hike&Fly Gurtzeugen ab. Zudem sollte mindestens eines der folgenden Kriterien unserer Meinung nach erfüllt sein, wenn Du ein extrem leichtes Leicht- und Wendegurtzeug mit Luftairbag fliegen möchtest:

  • Du bist nicht zu schwer (max. 80-90kg bei Männern)
  • Du bist Alpinist und läufst fast ausschießlich auf den Berg. Dafür benötigst Du eine leichte und kompakte Ausrüstung
  • Du bist eine sehr leichte Pilotin oder Pilot und müsstest sonst unverhältnismäßig viel voluminöses Ausrüstungsgewicht tragen
  • Du bist Dir darüber im klaren, dass ein Wendegurtzeug mit Luftairbag nicht immer den gleichen passiven Schutz bieten kann, wie ein Gurtzeug mit Schaumstoffprotektor (solide Start- und Landetechnik von Vorteil)

 

Gurtzeuge müssen richtig eingestellt und angepasst werden. Dies kann nur vom Fachman richtig beurteilt werden. Die Anbringung des Rettungsgerätes, die Brustgurtbreite im Flug, die Aufhängehöhe der Karabiner, die Position des Piloten im Gurtzezug (sitzend oder liegend) und viele andere Faktoren (Sitzbrettbreite und -länge usw.) beinflussen den Flugstil und das Extremflugverhalten von Dir und Deinem Gleitschirme enorm. Auch der richtige Einbau Deines Beschleunigers und des Rettungsgerätes sollte unbedingt vom Fachman überprüft werden.

 

LIEGEGURTZEUGE UND SITZGURTZEUGE MIT BEINSACK

Diese Gurtzeuge sind für Piloten gemacht, die lange Streckenflüge unternehmen. Der Vorteil der Gurtzeuge mit Beinsack, kommt erst bei Flügen von mehr als 3-4 Stunden zum tragen. Die wärmeren Füße im Beinsack und das integrierte Cockpit für die Instrumente sowie die Bedienbarkeit des Beschleunigers sind oft die einzigen Vorteile. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Leistungsvorsprung gerade in der Hobbyklasse (A- und B- Gleitschirme) verschwindend gering ist. Viel wichtiger wie gestreckte Füße, ist ein langes, aerodynamische Heckbürzel um wirkliche Leistungsschübe zu bekommen. Durch die gestreckte Position des Piloten haben diese Gurtzeuge, genauso wie Gurtzeuge mit Beinstrecker, zum Teil gravierende Nachteile beim Extremflugverhalten (einseitige Klapper, Stalls usw.). Als Einsteiger solltest Du auf keinen Fall ein Liegegurtzeug fliegen. Auch vom Beinstrecker raten wir in den meisten Fällen ab.

 

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