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Gestern konnte ich zum ersten Mal den nagelneuen Ozone Rush5 am Nebelhorn bei guter Frühjahrsthermik ausprobieren. Beim Auspacken fällt gleich die leichte SharkNose auf und dass in der Eintrittsöffnung gewebte Leinen zwischen den Zellen eingenäht sind (siehe Video). Diese stabilisieren den Schirm im beschleunigten Flug, unterdrücken ein Flattern des Segels und sorgen so für mehr Performance. Auch das Raffsystem an der Hinterkante des Rush5 sticht sofort ins Auge, sowie der einfach aufgebaute Stabi. Die Stäbchen befinden sich zum Glück nur im ersten Drittel des Schirmes, so dass der Schirm einfacher zum Packen ist als z.B. der Delta3 und Alpina3. Es wird aber auf jeden Fall ein Saussice Bag zum Packen empfohlen.

Setup: Independence Logo Freestyle M / Advance SQR120 / Skytraxx 3.0 / Rush5 MS / Startgewicht: 91kg

Start: Über den Start kann ich noch nicht viel sagen. Zum Startzeitpunkt herrschte leichter Nullwind von hinten vor ;-) Aber auch hier kam der Schirm super über den Piloten und neigte nicht zum Überschießen.

Flug: Beim Flug fällt sofort auf: „Rock solid“. Der Schirm ist eine Einheit und das neue Konzept von Delta/Alpina3 wurde auch hier umgesetzt. Extrem angenehm dämpft der Rush5 alle Turbulenzen richtig gut weg und vermittelt sofort ein sehr sicheres Gefühl auch in starker Thermik. Die Steigleistung kam mir extrem effizient vor und ist sicher vergleichbar mit der nächst höheren Klasse. Der Steuerdruck war im ersten Drittel moderat, nahm aber nach unten deutlich zu. Ich würde den Steuerdruck deswegen eher als hart bezeichnen. Der Rush5 geht bereits mit nur wenig Bremse extrem effizient um die Ecke und neigt dabei nicht zum „Graben“. Zur Leistung kann ich noch nicht viel sagen aber mir kam vor, dass der Rush5 die Leistung auch im beschleunigten Flug extrem gut hält. Auch beim Top Speed 55 km/h+ war der Schirm rock solid, ohne flattern an der Eintrittskante oder im Außenflügel, sehr effizient.

Extremflug: Der Steuerdruck wird Richtung Fullstall härter aber nicht ganz so hart wie beim Alpina3/Delta3. Hier sollte der Pilot feinfühlig auf den Strömungsabrisspunkt reagieren/hören und dies auch mal beim Sicherheitstraining trainieren. Die Steuerwege sind dabei ausreichend lang. Der Fullstall an sich ist sehr einfach zu fliegen, der Rush5 schießt bei korrekter Ausleitung wenig und fährt sauber wieder an. Eine große Verhängertendenz konnte ich nicht feststellen. Der Flügel blieb im Stall angenehm ruhig. Frontklapper erzeugen ein ordentliches „Rocking Back“, sogar im unbeschleunigten Flug. Die Frontklapper öffnen selbstständig wieder, ein beherzter „Pump“ zur richtigen Zeit hilft aber, Drehungen, Verhänger und Deformationen zu vermeiden (Achtung: Dies muss trainiert werden, zur falschen Zeit kann ein „Pump“ zum Strömungsabriss führen). Einseitige Klapper blieben unbeschleunigt sehr gutmütig und ohne großes Hebel- und Drehmoment. Hier erinnert der Rush5 mehr an einen Hochleister. Auch die Verhängertendenz blieb gering. WingOver machen sehr viel Spaß. Ich würde den Rush5 als extrem ausgewogen beschreiben. Beim Normalflug merkt man die Rollfreudigkeit nicht und der Schirm zieht sauber seine Bahnen. Mit ein/zwei beherzten Steuerleinenimpulsen baut der Rush5 aber schnell Energie auf und wird zur WingOver Maschine. Beim Ohren Anlegen neigen die Flügelenden leider etwas zum Verhängen (wie Delta3/Alpin3 usw.). Hier sieht man ganz klar den erhöhten Leistungs- und Pilotenanspruch. Mit einem asymmetrischen Pumpen (rechts/links) sind die Ohren aber schnell wieder offen. Einmal waren die Ohren verhangen und mussten mit der Stabi Leine gelöst werden. Diese Miniverhänger sind nie ein Problem, können aber einen unerfahrenen Piloten schnell ablenken, deswegen „cool bleiben“ und auf die Flugbahn achten. Auch wenn der Rush5 auch ohne Beschleuniger mit angelegten Ohren noch sehr gut vorwärts fliegt und ich keine Tendenz zum Strömungsabriss festgestellt habe, sollte man immer den Beschleuniger verwenden bei angelegten Ohren.

Fazit nach einem Testflug: Hammer Schirm mit extrem guter Leistung und einem ausgewogenen Handling. Die Testpiloten von Ozone haben viel mit aktuellen High End B Schirmen verglichen (Iota2, Mentor5, Chilli4 usw.) und sagen Bescheid: „das sie mehr als zufrieden mit dem Ergebnis sind“ ;-) Der Schirm ist ganz anders als der Rush4. Ruhiger und ausgewogener mit noch besserer Performance. Der Schirm spricht ganz klar die Thermik- und Streckenflieger an. Er ist eigentlich zu schade zum Hausbergfliegen. Da es sich um einen sog. High End B Schirm handelt, der sehr nahe an der C Klasse ist, sollte der Pilot einiges an Erfahrung mitbringen und idealerweise vorher ein paar Jahre Flugerfahrung aufgebaut haben, bevor er in die Rush Klasse wechselt. Für den normalen „Hausgebrauch“ und gemütliche Thermik und Streckenflüge reicht der BuzzZ5/Geo5 (Intermediate B Schirm) nach wie vor locker aus.

RUSH5 VS ALPINA3 - NOT FAR AWAY

RUSH5 VS ALPINA3 – NOT FAR AWAY

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