Wissenswertes zu Gleitschirm Gurtzeugen2018-07-03T12:28:02+00:00

 

DAS ALLROUND GURTZEUG MIT SCHAUMSTOFF PROTEKTOR

ADVANCE SUCCESS - GURTZEUG MIT SCHAUMSTOFF PROTEKTOR UND MAXIMALER SCHUTZWIRKUNG

Gleitschirm Gurtzeuge müssen in Deutschland, genauso wie Gleitschirme, geprüft und getestet werden. Dabei werden alle wichtigen Aufhängepunkte des Gurtzeuges auf Festigkeit geprüft. Das maximale Einhängegewicht liegt bei fast allen Gurtzeugen bei 120kg. Der Protektor wird sowohl mit eingebautem Rettungsgerät, als auch ohne Retter getestet. Dabei darf der Grenzwert von 50g Verzögerung nicht überschritten werden. Gurtzeuge ohne Protektor dürfen in Deutschland offiziell gar nicht geflogen werden. Viele Gurtzeuge bieten zwar im Gesäßbereich einen ausreichend guten Schutz, aber im Rückenbereich ist gar keine Schutzwirkung vorhanden. Dies wird leider bei den derzeitigen Testverfahren noch nicht ausreichend berücksichtigt. Wir empfehlen allen A-Schein Anfängern zumindest im ersten Jahr nach der A-Schein Ausbildung ein solides, nicht zu sensibles Gurtzeug (Aufhängehöhe ca. 46cm) mit Schaumstoffprotektor oder sehr solidem Luftairbag (z.B. Wani2 mit Stahlfeder oder Progress3 mit Kombination Schaum und Luft) zu fliegen, der auch in den Rückenbereich hinauf reicht und erst danach ggf. auf leichte Wendegurtzeuge mit Luftairbag (Advance Easiness/  umzusteigen. Problem bei vielen Luftairbag Gurtzeugen ist auch, dass die Luft beim leicht schrägen Aufprall oft „auf die Seite“ geschoben wird und sich so die Dämpfungswirkung verringert. Außerdem füllen sich viele Luftairbag Gurtzeuge, gerade in der kritischen und unfallträchtigen Startphase häufig sehr verzögert und bieten hier wenig bis gar keinen Schutz (siehe auch einschlägige Berichte und Tests des DHV).

 

DAS WENDEGURTZEUG/ GURTZEUG MIT LUFTAIRBAG

ADVANCE EASINESS - WENDEGURTZEUG MIT LUFTAIRBAG FÜR HIKE&FLY PILOTEN

Mindestens eines der folgenden Kriterien sollte unserer Meinung nach erfüllt sein, wenn Du ein extrem leichtes Leicht- und Wendegurtzeug (z.B. Woody Valley Wani Light oder Advance Easiness2) mit Luftairbag fliegen möchtest

  • Du bist nicht zu schwer (max. 80-90kg bei Männern)
  • Du hast mehrjährige Flugerfahrung und eine solide Start- und Landetechnik
  • Du bist Alpinist und läufst fast ausschießlich auf den Berg. Dafür benötigst Du eine leichte und kompakte Ausrüstung
  • Du bist eine sehr leichte Pilotin oder Pilot und müsstest sonst unverhältnissmäßig viel voluminöses Ausrüstungsgewicht tragen
  • Du bist Dir darüber im klaren, dass ein Wendegurtzeug mit Luftairbag nicht immer den gleichen passiven Schutz bieten kann, wie ein Gurtzeug mit Schaumstoffprotektor

 

 

Update 2018: Die neuen Wendegurtzeuge Woody Valley Wani2 und Advance Progress3 können unserer Meinung nach auch für Einsteiger in den Gleitschirmsport empfohlen werden. Das Woody Valley Wani2 hat eine Stahlfeder integriert die den Luftairbag bereits beim Start gut füllt und das Advance Progress3 bietet eine Kombination aus Schaumstoff und Luftairbag. So ist bei beiden Wendegurtzeugen die Schutzwirkung relativ gut und der Pilot hat eine kompakte Ausrüstung mit tollem Tragekomfort.

Übrigens sind Wendegurtzeuge nicht immer zwangsläufig leichter als moderne Gurtzeuge mit Schaumstoffprotektor. Oft ist das Gewicht fast identisch. Der Tragekomfort und die Kompaktheit sind natürlich besser als bei einem normalen Gurtzeug und Gleitschirmrucksack. Am Besten besitzt man zwei Gurtzeuge. Ein solides Allroundgurtzeug mit Schaumstoffprotektor für lange, thermische Flüge und ein leichtes Wendegurtzeug für die herbstlichen Hike&Fly Touren.

Gurtzeuge müssen richtig eingestellt und angepasst werden. Dies kann nur vom Fachman richtig beurteilt werden. Die Anbringung des Rettungsgerätes, die Brustgurtbreite im Flug, die Aufhängehöhe der Karabiner, die Position des Piloten im Gurtzezug (sitzend oder liegend) und viele andere Faktoren (Sitzbrettbreite und -länge usw.) beinflussen den Flugstil und das Extremflugverhalten von Dir und Deinem Gleitschirme enorm. Auch der richtige Einbau Deines Beschleunigers und des Rettungsgerätes sollte unbedingt vom Fachman überprüft werden.

UNSERE EMPFEHLUNG FÜR NORMALE HOBBYPILOTEN

UNSERE GURTZEUG EMPFEHLUNG

 

LIEGEGURTZEUGE UND SITZGURTZEUGE MIT BEINSACK

OZONE FORZA - LIEGEGURTZEUG FÜR XC PILOTEN

Diese Gurtzeuge sind für Piloten gemacht, die lange Streckenflüge unternehmen. Der Vorteil der Gurtzeuge mit Beinsack, kommt erst bei Flügen von mehr als 3-4 Stunden zum tragen. Die wärmeren Füße im Beinsack und das integrierte Cockpit für die Instrumente sowie die Bedienbarkeit des Beschleunigers sind oft die einzigen Vorteile. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Leistungsvorsprung gerade in der Hobbyklasse (A- und B- Gleitschirme) verschwindend gering ist. Viel wichtiger wie gestreckte Füße, ist ein langes, aerodynamische Heckbürzel um wirkliche Leistungsschübe zu bekommen. Durch die gestreckte Position des Piloten haben diese Gurtzeuge, genauso wie Gurtzeuge mit Beinstrecker, zum Teil gravierende Nachteile beim Extremflugverhalten (einseitige Klapper, Stalls usw.). Als Einsteiger solltest Du auf keinen Fall ein Liegegurtzeug fliegen. Auch vom Beinstrecker raten wir in den meisten Fällen ab.

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